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Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Grafschaft Bentheim
vom 7. Mai 2013
Nach der Eröffnung durch Jagdhornbläser unter der Leitung von Kunibert Zirkel erfolgten die Begrüßung, die Abhandlung der Regularien und der Dank für die Vorbereitung der Veranstaltung an den Hegering IV durch den Vorsitzenden Klaus Stamme.
Er begrüßte im Namen der Jägerschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim die zahlreichen Teilnehmer der Jahreshauptversammlung. Es sei ein Zeichen dafür, dass die Jäger des Landkreises großes Interesse an der Arbeit ihrer Jägerschaft haben. Nur eine starke und geschlossene Jägerschaft, auf Kreisebene, aber auch auf Landes- und Bundesebene sei in der Lage, ihre Vorstellungen und Wünsche in den politischen Entscheidungsprozeß einzubringen.
Natürlich gelinge es nicht immer, die Zielvorstellungen durchzusetzen, “aber wir sind der einzige anerkannte Naturschutzverband in Deutschland, dessen Mitglieder insgesamt über eine gute und gründliche Ausbildung und eine hohe fachliche Qualifikation verfügen. Dieser Sachverstand, ergänzt durch intensives Beobachten unserer Umwelt und aller vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, verleiht unserer Stimme ein erhebliches Gewicht.“

Der DJV habe seinen Einfluss unter anderem bei der aktuellen Änderung des Bundesjagdgesetzes geltend gemacht. Diese Änderung war erforderlich geworden aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. In weniger als einem Jahr sei das Gesetzgebungsverfahren im Bundestag und im Bundesrat abgewickelt worden.
Das Gesetz wurde durch Hinzufügung eines § 6a BJG so geändert, dass es den Anforderungen des EuGH entspricht. Danach könne ein privater Grundeigentümer sein Grundstück zum befriedeten Bezirk erklären lassen, wenn er glaubhaft mache, dass er die Jagd auf seinem Grund und Boden nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Eine solche Gewissensentscheidung sei jedoch nur sehr schwer zu überprüfen.
Der Bürgermeister der Gemeinde Osterwald, Diekjakobs ging in seinem Grußwort intensiv auf die erforschte und schriftlich in einer Chronik niedergelegte Geschichte Osterwalds ein und schlug einen Bogen über früher zu heute.
Landrat Friedrich Kethorn ging auf die Änderung des Jagdgesetzes ein, die der Vorsitzende bereits angesprochen hatte. Das Jahr 2013 könnte für einige, die mit der Jagd befasst sind, ein Jahr der Veränderungen werden. Angesprochen seien in erster Linie die Jäger und die Jagdgenossenschaften.
Er stellte die Vorgänge zur Verabschiedung des Gesetzentwurfes zur Novellierung jagdrechtlicher Vorschriften und zur Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vor. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften hatte dann die Bundesregierung dem Bundesrat und dem Bundestag zugeleitet. Den Bundesrat hat das Gesetz passiert, so dass es nach Ausfertigung durch den Bundespräsidenten alsbald in Kraft treten kann. Ob und in welcher Weise das Land ergänzende Bestimmungen zu neuen Regelung erlässt bleibt abzuwarten. Bis dahin gilt weiterhin das BJagdG in der zurzeit gültigen Fassung.
Ein weiteres Thema waren die Kontrollen der sicheren Aufbewahrung von Waffen und Munition. Hier sei der Rückblick auf das Jahr 2012 aus Sicht der Waffenbehörde getrübt.
Es war geprägt von einem deutlichen Anstieg bei den Beanstandungen, die zu einem Widerruf der Waffenbesitzkarte und zur Einziehung und Ungültigkeitserklärung des Jagdscheines geführt haben. Als trauriger Höhepunkt waren sechs solcher Verfahren zu verzeichnen. Das betrifft wohlgemerkt nur solche Verfahren, die daraus resultieren, dass Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahrt wurden. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Pflicht zur sicheren Aufbewahrung von Waffen nicht erst mit den Verschärfungen des Waffengesetzes eingeführt wurde. Personen, die ihre Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahren, könnten daher keine Nachsicht mehr erwarten.
Bei der Totenehrung wurden stellvertretend für alle verstorbenen Jagdkameraden erwähnt:
Heiko Sonnenberg aus Nordhorn
aus Bentheim Johann ( Hannes) Brink und Hans- Gerd Krabbe
aus Esche Heinrich Snieders und
aus Itterbeck Georg Strigl.

Das Goldene Rebhuhn der LJN erhielten Gerhard Hoesmann aus Nordhorn und
Albert Strelow aus Emlichheim.
Beide haben sich als Nichtjäger in besonderer Weise um unsere Natur verdient gemacht.
Die bronzene LJN - Verdienstnadel erhielten Jürgen Harsman und Hans-Gerd Grundmann. Sie haben sich seit 5 Jahren als Vorsitzende der Hegeringe Wilsum und Emlichheim für die Belange der Hegeringmitglieder eingesetzt.
Der Vorsitzende ging auf die Jagdsteuer ein. Der Vorstand habe mit dem Landkreis eine Vereinbarung abgeschlossen, mit der die Jägerschaft Verpflichtungen übernimmt und andererseits die Jagdsteuer auf 5% (von z.Zt. 12.5%) gesenkt wird. Der wichtigste Punkt der Vereinbarung sei das Bergen und Entsorgen von Fallwild. Auch das erledigen die Jäger schon seit langem.
Es erfolgte die Abstimmung mit dem Ergebnis, einstimmig angenommen bei nur zwei Enthaltungen.
Im nächsten Punkt ging er auf die Wildwarnreflektoren ein. Im Rahmen der Bemühungen, die Zahl der Wildunfälle zu senken, haben die Hegeringe an zahlreichen Unfallschwerpunkten blaue Wildwarnreflektoren angebracht. Die Anschaffung war von der Grafschafter Sparkassenstiftung mit 13.900 € unterstützt worden. Es konnten nicht alle gewünschten Stellen berücksichtigt werden. Nach Auswertung eines Erfahrungszeitraumes von 2 – 3 Jahren wird geprüft, ob weitere Stellen im Kreisgebiet mit Reflektoren versorgt werden müssen. Zur Vermeidung von Wildunfällen gehöre auch, dass der Abschuss vor allem des weiblichen Wildes vollständig erfüllt werde.
Schatzmeister Claus Meixner trug den detaillierten Kassenbericht vor. Als neuer Kassenprüfer wurde Hartmut Crede gewählt.

Es erfolgte ein anschaulicher, interessanter Bericht von Johann Högemann zur Arbeit des Biotop-Fonds. Intensiv und engagiert ging Högemann auf Biotopverbesserungsmaßnahmen zum Erhalt der Vielfalt ein. Seine Ausführungen ergänzte er durch Projektvorschläge in Verbindung mit einem Maßnahmenkatalog, den er vorstellte. Blühende Feldstreifen stellte er in ihrer Bedeutung vor. Als Ziele sah er die Verbesserung des Landschaftsbildes und der Akzeptanz in der Bevölkerung.
Termin der nächsten Jahreshauptversammlung: 06. 05. 2014. |