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Interview zur Änderung des Waffengesetzes Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 11:54 Uhr

Die erweiterte Version unseres Interviews mit Frank Göpper, Geschäftsführer des Forum Waffenrechts, finden Sie auf jagdverband.de.

Hintergrund

(Berlin, 10. Juli 2017) Das geänderte Waffengesetz ist am 6. Juli 2017 in Kraft getreten. Die Änderung des Waffengesetzes beinhaltet für Jäger hauptsächlich Änderungen zur Aufbewahrung. Schränke der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung sind ab jetzt beim Neukauf für die Aufbewahrung von Waffen nicht mehr erlaubt. Für bereits registrierte A- und B-Schränke gilt allerdings ein unbeschränkter Bestandsschutz. Neu erworbene Standardschränke müssen ab sofort die Sfufe 0 oder 1 aufweisen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 entspricht.

Fragen und Antworten

DJV: Wie schnell muss eine Waffe nach Erwerb gemäß §13 WaffG bei den Behörden gemeldet werden?

Frank Göpper: Jäger müssen den Erwerb einer Waffe - egal ob auf Jagdschein oder Waffenbesitzkarte (WBK) - innerhalb von zwei Wochen bei den Behörden melden.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Schusswaffen?

Der Neukauf von Schränken der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen – also auch Jagdwaffen – ist ab dem 6. Juli 2017 nicht mehr zulässig. Ab dann können Jäger für die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen bei der Behörde nur noch Waffenschränke registrieren lassen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 (Stufe 0 oder 1) entsprechen.

Für Waffenschränke ab Stufe 0 gilt weiterhin: Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Der Gesetzgeber hat nun klargestellt, dass Waffen nur ungeladen gelagert werden dürfen, eine Reaktion auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes.

Wie muss Munition zu Hause gelagert werden und in welchem Behältnis?

Der Mindestaufbewahrungsstandard für erlaubnispflichtige Munition ist und bleibt das Stahlblechbehältnis ? (Metallkassette) mit Schwenkriegelschloss.

Wie muss ich Waffen und Munition in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 lagern?

Ab 200 Kilogramm Gewicht dürfen in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen, bis zu 10 Kurzwaffen und Munition gelagert werden. Unter 200 Kilogramm Gewicht dürfen im Waffenschrank der Klasse 0 oder 1 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen und bis zu 5 Kurzwaffen gelagert werden, ebenso Munition. Eine Trennung von Munition und Waffen ist in einem Schrank der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 grundsätzlich nicht notwendig.

Ich besitze einen Waffenschrank der Klasse 0. Eine Befestigungsmöglichkeit gibt es nur im Schrankboden. Diese kann ich nicht nutzen, ohne die Isolierung zu beschädigen. Der Waffenschrank steht also frei ohne Befestigung. Ist das erlaubt?

Eine weitere Verankerung eines Schrankes der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 ist unabhängig vom Gewicht gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Was passiert mit A- und B-Schränken, die vor Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes erworben und von der Behörde eingetragen wurden?

Für A- und B-Schränke gilt der Bestandsschutz. Sie können weiterhin unbeschränkt benutzt werden. Der jetzige Besitzer kann auch weitere Waffen hinzukaufen und diese in den bestehenden Schränken lagern. Wenn der Schrank nach den gesetzlichen Regelungen voll ist muss bei Neukauf mindestens ein Schrank der Stufe 0 erworben werden.

Folgende Lagerkapazitäten gelten für Schränke mit Bestandsschutz: Im A-Schrank dürfen bis zu 10 Langwaffen gelagert werden. Beim B-Schrank gibt es keine Begrenzung für Langwaffen. Ein B-Schrank unter 200 Kilogramm Gewicht darf zudem 5 Kurzwaffen enthalten, ab 200 Kilogramm Gewicht 10 Kurzwaffen. Ist der B-Schrank weniger als 200 Kilogramm schwer, jedoch fest verankert, darf er auch 10 Kurzwaffen enthalten.

Kann ich jetzt noch einen gebrauchten, bei der Waffenbehörde eingetragenen A- oder B-Schrank für die Aufbewahrung meiner erlaubnispflichtigen Waffen erwerben?

Die Besitzstandswahrung für A- und B-Schränke gemäß VDMA 24992 gilt für die „Aufrechterhaltung der bisherigen Nutzung“ und grundsätzlich nicht bei Weitergabe an andere Besitzer. Ein solcher Erwerb wäre also zur Waffenaufbewahrung nicht geeignet.

Wie ist das nun konkret mit dem Vererben von Waffenschränken der Klassen A und B?

Waffenschränke der Klassen A und B gemäß VDMA 24992 dürfen zur Waffenaufbewahrung nicht vererbt werden und anschließend durch den oder die Erben nicht zur Waffenaufbewahrung (weiter-) genutzt werden.

Darf ein Familienmitglied, das nächstes Jahr den Jagdschein besteht und sich die erste Waffen zulegt, diese im vorhandenen legalen A- oder B-Schrank aufbewahren?

Ja, das ist erlaubt. Die gemeinsame Aufbewahrung in häuslicher Gemeinschaft ist bei der Weiternutzung von A- und B-Schränken erlaubt und selbst bei Versterben des heutigen Besitzers dürfen die späteren Mitaufbewahrer den Schrank weiternutzen.

Was muss ich tun, wenn der Waffenschrank zwar vor dem 6. Juli 2017 im Besitz war und genutzt wurde, aber bisher bei der Behörde noch nicht registriert ist?

Grundsätzlich besitzen die bisher rechtmäßig genutzten Waffenschränke Bestandsschutz. Man sollte nach Möglichkeit Belege (z. B. Kaufquittung) aufbewahren, um im Zweifelsfall belegen zu können, dass man den fraglichen Schrank bereits vor dem 6. Juli 2017 rechtmäßig genutzt hat. Eine weitere Möglichkeit ist auch, dies bei der Behörde anzuzeigen.

Was ist bei bestehenden Waffenräumen zu beachten?

Es gibt keine Änderungen. Ein bestehender, behördlich abgenommener Waffenraum behält seine Gültigkeit.

Was passiert, wenn ich Waffen falsch aufbewahre?

Es gibt keine Änderungen. Wenn Waffen unzulässig aufbewahrt werden und dadurch die Gefahr des Abhandenkommens geschaffen wird, ist dies - bei Vorsatz - ein Straftatbestand. Dies kann nach wie vor mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Besitzt jemand zum Beispiel mehrere Kurzwaffen, die ordnungsgemäß gelagert sind, hält jedoch eine Kurzwaffe zur Selbstverteidigung im Kleiderschrank zurück, so ist dies vorsätzlich unsachgemäße Lagerung.

Die fahrlässige Aufbewahrung ist kein Straftatbestand, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Aber: Jeder der seine Waffen und Munition fehlerhaft aufbewahrt, riskiert seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Was passiert, wenn ich eine Patrone in der Jackentasche vergesse?

Die fahrlässige Aufbewahrung von Munition in einer Jackentasche ist zwar kein Straftatbestand, diese Fahrlässigkeit kann aber im Einzelfall auch zur waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit führen.

Wie sieht es mit der Aufbewahrung von Munition und Waffen in der Jagdhütte aus?

Der bisher § 13 Abs. 6 der Allgemeinen Waffengesetzverordnung (AWaffV) wird inhaltlich unverändert zum § 13 Abs. 4 AWaffV: „In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen nur bis zu drei Langwaffen, zu deren Erwerb und Besitz es einer Erlaubnis bedarf, aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung darf nur in einem mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entsprechenden Sicherheitsbehältnis erfolgen. Die zuständige Behörde kann Abweichungen in Bezug auf die Art oder Anzahl der aufbewahrten Waffen oder das Sicherheitsbehältnis auf Antrag zulassen.“ Es ändert sich hier also nichts.

Was passiert bei Diebstahl  Waffen und Munition  in der Jagdhütte während der Nacht, wenn alle schlafen?

Wenn Waffen oder Munition abhanden gekommen sind, ist gemäß § 37 Abs. 2 WaffG unverzüglich (so schnell wie möglich) die zuständige Behörde hierüber zu unterrichten. Verspätete Anzeigen bedeuten eine Ordnungswidrigkeit.

Was ist bei einer Übernachtung in der Jagdhütte hinsichtlich Aufbewahrung von Waffen und Munition zu beachten (ein Waffenschrank ist in der Regel nicht vorhanden)?

Hier kann keine pauschale Aussage getroffen werden; es gilt der ehemalige § 13 Abs. 11 AWaffV, der jetzt weitestgehend unverändert zu Abs. 9 wird. Lediglich statt „Absätze 1 bis 8“ werden zukünftig „Absätze 1 und 2“ stehen: „Bei der vorübergehenden Aufbewahrung von Waffen im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 oder des Absatzes 2 oder von Munition außerhalb der Wohnung, insbesondere im Zusammenhang mit der Jagd oder dem sportlichen Schießen, hat der Verpflichtete die Waffen oder Munition unter angemessener Aufsicht aufzubewahren oder durch sonstige erforderliche Vorkehrungen gegen Abhandenkommen oder unbefugte Ansichnahme zu sichern, wenn die Aufbewahrung gemäß den Anforderungen der Absätze 1 bis 8 nicht möglich ist.“

Schwerpunkt ist also die „angemessene Aufsicht“: Situationsbedingt muss alles vorgenommen werden, was sinnvoll möglich ist. In diesem Zusammenhang könnte das „Führen wesentlicher Teile“ helfen (siehe Frage "Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen?")

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Blankwaffen und erlaubnisfreien Waffen?

Für Blankwaffen und andere erlaubnisfreie Waffen, wie etwa Luftruckgewehre, ergeben sich keine Änderungen. Allerdings stellt der Gesetzgeber deutlicher als zuvor klar, dass auch freie Waffen vor dem Zugriff durch Unberechtigte geschützt und entsprechend gelagert werden müssen. Die Lagerung sollte mindestens in einem abschließbaren Holzschrank oder einem abschließbaren Raum - etwa Besenkammer - erfolgen. Auch eine abschließbare Wandvorrichtung - etwa für Degen oder Schwert - ist geeignet. Eine Armbrust muss verschlossen gelagert werden, ein Bogen hingegen ist laut Waffenrecht keine Waffe. Verschlossen und ungeladen müssen auch Gas- und Signalwaffen gelagert werden.

Gibt es Änderungen bezüglich des Waffentransportes?

Es gibt keine Änderungen bezüglich des Waffentransportes. Es gilt weiterhin: Auf dem Weg zum Jagdrevier darf die Waffe nicht schussbereit (ungeladen) frei geführt werden. Beim Transport - etwa zum Büchsenmacher oder zum Schießstand - darf die Waffe weder schussbereit noch zugriffsbereit sein und muss sich in einem verschlossenen Behältnis befinden. Für "nicht zugriffsbereit" gilt die Regel: Die Waffe darf nicht unmittelbar in Anschlag gebracht werden, also mit drei Handgriffen in drei Sekunden. Grundsätzlich empfehlenswert ist für den Transport ein separates Schloss am Waffenkoffer.

Bei einer kurzfristigen Lagerung der Waffe - etwa  in Hotel oder Gaststätte - kann künftig ein wesentliches Teil der Waffe, wie das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Die Vorteile: Wenn die Waffe abhanden kommt, ist sie nicht schießfähig. Potenzielle Diebe werden darüber hinaus durch eine unvollständige Waffe möglicherweise direkt abgeschreckt.

Wie erfolgt der Transport von Waffen und Munition zum Schießstand?

Waffen und Munition dürfen zum Schießstand nur „nicht schussbereit“ (Waffen müssen ungeladen sein) und „nicht zugriffsbereit“ transportiert werden. Nicht zugriffsbereit sind Waffen und Munition beispielsweise in einem verschlossenen Behältnis.

Wie erfolgt der Transport  von Waffen und Munition  zur Jagd? Was ist dabei genau zu beachten?

Auf dem Weg in das Jagdrevier entfällt die Verpflichtung, die Waffen „nicht zugriffsbereit“ zu führen, also der Transport im verschlossenen Behältnis. Die Waffen müssen lediglich ungeladen sein. Für den Transport der Munition gibt es keine weiteren Bestimmungen.

Wie erfolgt der Transport von Munition und Pulver für Wiederlader vom Büchsenmacher nach Hause?

Für den privaten Gebrauch können folgende Gesamtmengen, ohne die Voraussetzungen eines Gefahrguttransportes zu erfüllen, im PKW (nicht pro Person) transportiert werden: 3 Kilogramm Schwarzpulver oder 50 Kilogramm Munition (Bruttomasse). Der Transport hat in "handelsüblicher" Verpackung zu erfolgen.

Was ist, wenn ich Munition bei einem Händler bestelle und diese dann per DHL (oder ähnlich) geliefert wird. Bin ich für Missstände beim Transport verantwortlich?

Die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Transport von Waffen und Munition trägt gemäß § 34 Abs. 1 S. 3 u. 4 der Versender: Werden sie zur gewerbsmäßigen Beförderung überlassen, müssen die ordnungsgemäße Beförderung sichergestellt und Vorkehrungen gegen ein Abhandenkommen getroffen sein. Munition darf gewerbsmäßig nur in verschlossenen Packungen überlassen werden.

Inwieweit kann ich wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei führen?

Bei Aufenthalt in Hotels oder Gasthöfen kann ein wesentliches Teil der Waffe, wie etwa das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Bei Abhandenkommen der Waffe wäre diese nicht vollständig und somit nicht einsatzbereit. Dies zielt darauf ab, dass ein Dieb eine nicht schießfähige Waffe möglicherweise eher zurücklässt.

Welche neuen Besitzverbote gibt es?

Es gibt ein neues Besitzverbot ausschließlich für Hartkerngeschosse. Diese sind für Jäger nicht relevant, höchstens für Waffensammler. Hartkerngeschosse sind Geschosse mit einer Brinellhärte über 400HB. Bei Besitz von Hartkerngeschossen und -munitionriskiert der Legalwaffenbesitzer, seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Wie genau sieht die neue Amnestie-Regelung für illegale Waffen aus?

Ab dem 6. Juli 2017 ist die straffreie Abgabe verbotener Gegenstände - etwa Hartkerngeschosse - und nicht rechtmäßig besessener Waffen für ein Jahr bei der zuständigen Behörde möglich. Kriegswaffen und Kriegswaffenmunition, wie etwa Granatwerfer oder Granatwerfer-Munition, sind von der Amnestie ausgenommen.

In welchen Fällen ist eine Verfassungsschutzabfrage vor Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis notwendig?

Zwingend notwendig ist sie gar nicht. Lediglich bei Personen, die dem Verfassungsschutz als Gefährder bekannt sind, werden die Daten des nationalen Waffenregisters gegengeprüft und dann die Waffen- oder Jagdbehörde in Kenntnis gesetzt.

 
Mitgliedertreffen Natur-Netz Niedersachsen Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Dienstag, den 27. Juni 2017 um 16:57 Uhr

Mitgliedertreffen Natur-Netz Niedersachsen

 

Laut Mitteilung der Geschäftsführerin der Jägerschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim, Marianne Brunklaus, hat kürzlich das Mitgliedertreffen des Natur-Netz Niedersachsen in der Lüneburger Heide stattgefunden. An dem sehr informativen Austausch der Vereinsmitglieder nahmen aus der Grafschaft u. a. Mitglieder der Jägerschaft, der Naturschutzstiftung, des Tierparks Nordhorn und der Samtgemeinde Uelsen teil.

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Der Vereinsvorsitzende Hartmut Schrap wies in der Veranstaltung auf die Bedeutung von Netzwerken hin und freute sich, dass im vergangenen Jahr 10 neue Mitglieder dem Verein beigetreten seien. Neben fachlichen Themen stand auch eine Exkursion auf dem Programm. Dazu Marianne Brunklaus: "Wir stellen seitens der Jägerschaft fest, dass durch den fachlichen Austausch mit den Mitgliedern im Natur-Netz viele Ideen und Anregungen für die praktische Naturschutzarbeit entstehen." Die Jägerschaft will sich daher auch weiterhin engagiert in die Netzwerkarbeit einbringen.
 
Winterversammlung 2017 Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Sonntag, den 19. März 2017 um 19:56 Uhr

Winterversammlung 2017 der Jägerschaft Grafschaft Bentheim

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete die Bläsergruppe Hubertus aus Esche-Osterwald unter der Leitung von Dietmar Krüger.
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Der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft, Reinhard Mönch, eröffnete die sehr gut besuchte Veranstaltung. In diesem Jahr ging es um aktuelle jagdpolitische Themen. Dann begrüßte er als Gastredner den künftigen Geschäftsführer der LJN Herrn Stephan Johanshon.

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Im ersten Punkt ging er intensiv auf jagdrechtliche Veränderungen ein und stellte ausführlich den politischen Hintergrund dar. Es folgte ein Ausblick über die Grenzen zu den Jagdgesetzen in Baden Württemberg, in NRW und in Hessen.
Die Reaktion der LJN auf Ankündigung der ideologisch begründeten Änderungen hatte als Erfolg zu verzeichnen, dass in dieser Legislaturperiode keine Veränderung, sondern nur eine Anpassung von Teilbereichen erfolgte.
So 2016 die Änderung des §26 mit Einführung der Intervalljagd.
Weitere Änderungen, die zum Teil verfassungsrechtliche Bedenken aus Sicht von LJN und DJV beinhalten, ergeben sich bei Schallminderern, bleihaltiger Munition und Schießübungsnachweis. Rechtliche Themen auf Bundesebene sind:
Waffenrecht mit Kern der Aufbewahrung der Waffen und die Jagd im Nationalpark ostfriesische Inseln.
Weiterhin bestätigte er die Notwendigkeit und Bedeutung des Wildtiermonotorings. Die Wildtiererfassung werde in Zukunft noch wichtiger. Die Beteiligung aller Reviere liege zurzeit bei 80 und 90%, sei aber in einigen Jägerschaften rückläufig. Die Jägerschaft Grafschaft Bentheim liegt zurzeit bei 72%. Er appellierte an alle zur Beteiligung. Die Wildtiererfassung sei ein Teil zur Legimitation der Jagd. Bei der LJN erfolgen Bemühungen zur Entwicklung einer Datenbank zum Onlineverfahren.
Das Thema Jagd werde bei den anstehenden Wahlen eine entscheidende Rolle spielen.
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Im Anschluss an die aktuellen jagdlichen Themen ging Stephan Johanshon auf die Entwicklung bei einigen Niederwildarten ein. Er stellte beim Kaninchen die Streckenstatisitik von 1958 – 2016 vor und kommentierte die Gründe für den Rückgang. Es folgte die Besatzentwicklung beim Hasen von 1991 – 2016 mit einem Rückgang in allen Naturräumen. Beim Fasan wurde die Jagdstrecke von 1958 – 2016 vorgestellt. Zu verzeichnen ist ein deutlicher Rückgang beim Fasan-Hennen-Besatz. Die Rückgangsursachen sind komplex mit vielen Faktoren. Untersuchungen stellen Einflüsse bestimmter Bereiche fest, aber nicht als Erklärung der Extrementwicklung. Jetzt wird die erhöhte Kükensterblichkeit untersucht. Wissenschaftliche Untersuchungen, die laufen oder abgeschlossen sind, werden auf praktischer Ebene nachjustiert werden. Zurzeit wird geprüft, ob das Pilotprojekt Hegebeauftragter aus NRW auch in NDS möglich ist.
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Stephan Johanshon ging auch auf das Wolfsmontoring in NDS ein. Anhand einer Grafik zeigte er die Übergriffe auf Nutztiere.

Seit 2001 unterliegt der Nutria dem Jagdrecht. Die Populationen wachsen sprunghaft. Nach einer Lösung im Sinne des Wasserverbandstages wird gesucht.

Zum Abschluss erfolgte die Bitte an die Revierinhaber zur Beteiligung an der Sozialwahl 2017. Ziel seien mehr Transparenz, bessere Präventionsleistungen und gerechtere Beiträge.
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Stefanie Geiger Lk Sicherheit und Ordnung, Marianne Brunklaus, Stephan Johanshon, Reinhard Mönch, Albert Lucas

 
Neuer KJM in der Grafschaft Bentheim Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Montag, den 30. Januar 2017 um 21:16 Uhr

Verabschiedung und Amtseinführung des Kreisjägermeisters der Grafschaft Bentheim

Während einer Feierstunde im Kreishaus wurde Kreisjägermeister Gerrit Nykamp, verabschiedet und der Nachfolger Albert Lucas, eingeführt.

Die Veranstaltung wurde durch die Jagdhornbläsergruppe Hegewald, unter Leitung von Erika Leferink und Horst Dräger, musikalisch umrahmt, als besonderer Dank ertönte die Ehrenfanfare. Die Moderation erfolgte durch Fachbereichsleiterin Stephanie Geiger.

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Landrat Friedrich Kethorn konnte zahlreiche Gäste begrüßen, die den Weg des scheidenden Kreisjägermeisters begleitet hatten. Er blickte zurück auf die vergangenen 10 Jahre, die den Stempel von Gerrit Nykamp trugen, und betonte dessen Leidenschaft für Natur und Jagd mit einer besonderen unzertrennbaren Verknüpfung, die er auch nach außen trug.

Als erfahrener Fachmann mit unermesslichem Wissen verbunden mit einem ruhigen, gewissenhaften und ausgleichendem Wesen. Er sah ihn als einen Menschen, der „immer mittendrin war“, mit einem großen Engagement, das sich in der Übernahme zahlreicher Ehrenämter in der Jägerschaft und im Beruf als Milchleistungsprüfer zeigte. Gute Zusammenarbeit mit Verbänden und die Unterstützung der Jagdbehörde zeichneten ihn aus. Diese vertrauliche, kooperative und sachbezogene Zusammenarbeit war Voraussetzung um die Interessen der Jäger zu vertreten. Die Anerkennung des Jagdwesens ist in der Öffentlichkeit groß.

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Kethorn dankte Gerrit Nykamp im Namen des Kreistages und der Jagdbehörde für sein ausgleichendes Wirken und für seinen Einsatz als Kreisjägermeister der Grafschaft Bentheim. Die Zeit und viele positive Bande werden in Erinnerung bleiben.

Im Anschluss skizzierte er den Weg des neuen Kreisjägermeisters Albert Lucas, der einstimmig gewählt wurde. Kreistag und Jagdbehörde haben Vertrauen in ihn und bieten die Zusammenarbeit an. Er sah hervorragende Qualifikationen und wünschte ihm viel Freude und Erfolg im Sinne der Jagd und der Menschen in der Grafschaft.

Gerrit Nykamp dankte allen, die ihn bei seiner Tätigkeit als KJM begleiteten und unterstützten. „Gemeinsam habe man viele Aufgaben bewältigt“. Er blickte dabei zurück auf die vergangenen 10 Jahre, die Arbeitsbereiche und daraus resultierende Aufgaben. „Es war eine schöne und lehrreiche Zeit!“ Seinem Nachfolger gab er als Ratschlag mit auf den Weg:“ Ruhe bewahren und ein glückliches Händchen – du wirst es brauchen.“

 

Der neue Kreisjägermeister Albert Lucas signalisierte die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. „Wichtig ist es miteinander zu reden und nicht übereinander“. Als wichtige Themen sieht er den anhaltenden Rückgang beim Niederwild und die zunehmende Landschaftspflege.

Der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft Reinhard Mönch betonte die gute Zusammenarbeit und lobte die stets vermittelnde Tätigkeit von Gerrit Nykamp, er habe stets diplomatisch jagdliche Interessen in den Mittelpunkt gestellt und dankte ihm im Namen der Jägerschaft für seinen unermüdlichen Einsatz.

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Bild von links:

Stefanie Geiger, Frau und Herr Nykamp, Frau und Herr Lucas, Landrat Friedrich Kethorn

 
27. Jägerfrühstück Drucken E-Mail
Geschrieben von: T. Brunklaus   
Montag, den 30. Januar 2017 um 20:34 Uhr

27. Jägerfrühstück in der Grafschaft Bentheim

Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur haben sich am 4.Sonntag im Januar von der Grafschafter Jägerschaft zum traditionellen „Jägerfrühstück“ in der Nordhorner Gaststätte Deters einladen lassen.

Die Jäger nutzten auch die 27. Auflage des Neujahrsempfangs als Möglichkeit, ihre Kontakte zu pflegen und bedankten sich für die zu Ende gegangene Jagdsaison.

Die Veranstaltung wurde eröffnet und umrahmt durch die Klänge der Jagdhornbläsergruppe Hubertus aus Esche-Osterwald unter der Leitung von Dietmar Krüger.

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Jagdhornbläser Hubertus Esche-Osterwald

Im Namen der Jägerschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim begrüßte der stellvertr. Vorsitzende der Jägerschaft Reinhard Mönch die zahlreichen Gäste herzlich zum 27. Grafschafter Jägerfrühstück. Seine Grüße galten besonders dem Vorsitzenden, Thomas Heils, der leider aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte.

Landrat Friedrich Kethorn bedankte sich für die Einladung zum Grafschafter Jägerfrühstück 2017. Dieser Termin zu Beginn eines jeden Jahres sei in den Terminkalendern der Verwaltung stets rot unterstrichen, was die Bedeutung unterstreiche, die diese Veranstaltung genieße.

Er ging dann auf einige jagdliche Themen ein. Zunächst auf die Rabenkrähenverordnung, die den Landkreis nach wie vor beschäftigt. Bekanntlich habe der Landkreis Grafschaft Bentheim am 2013 auf Antrag der Jägerschaft mit der sogenannten Rabenkrähenverordnung die Schonzeit für Rabenkrähen vorübergehend für den Monat Juli 2013 aufgehoben. Gegen die Verkürzung der Schonzeit hatte sich der NABU gewandt.. Daraufhin hatte das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen die Verordnung einstweilen außer Vollzug gesetzt. Im Hauptsacheverfahren, das sich über fast drei Jahre hingezogen hat, für Recht erkannt, dass der Normenkontrollantrag des NABU unzulässig sei. Das Gericht hatte die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen. Gegen die Nichtzulassung der Revision hat der NABU beim Oberverwaltungsgericht Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Der Rechtsstreit werde sich also noch eine Weile hinziehen.

Ein weiteres Thema war die Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen. In der Grafschaft Bentheim läge kein Antrag vor. Es bleibe abzuwarten, wie sich diese Thematik weiter entwickele.

Auch in 2016 haben die Mitarbeiter der Waffenbehörde wieder die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition überprüft. In 2015 war dieser Wert der Beanstandungen mit 8% deutlich geringer. Daher würden solche Tatbestände in diesem Jahr nicht mehr lediglich mit einer Verwarnung geahndet, sondern durch empfindliche Bußgelder.

In der konstituierenden Sitzung des Kreistages am 17. November 2016 stand auch die Bildung des Jagdbeirates an. Die seitens der Landesjägerschaft und der Naturschutzbehörde vorgeschlagenen Personen, wurden durch politische Störfeuer nicht in dieser Sitzung gewählt, sondern erst später bestätigt.

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Der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Mönch, dankte dem Landrat für sein Grußwort. Die Jägerschaft Grafschaft Bentheim ist seit einiger Zeit bereits Mitglied im Natur-Netz Niedersachsen (NNN). Daher böte es sich an den Vorsitzenden Hartmut Schrap auf Ziele und Bedeutung dieser Vernetzung als Brückenbauer im Natur- und Umweltschutznetzes hinweisen zu lassen.

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Frau Marianne Brunklaus dankt Herrn Hartmut Schrap mit einem Präsent für den Vortrag.

Im Natur-Netz Niedersachsen haben sich niedersächsische Natur- und Umweltstiftungen zusammen getan, um für einen besseren Naturschutz in Niedersachsen gemeinsam einzutreten. Die Initiative der Vernetzung ging von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung aus und wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit gefördert. Das NNN ist Brückenbauer zwischen Naturnutzern und Naturschützern, zwischen staatlichem Naturschutz und Verbandsnaturschutz. Zu den wesentlichen Aufgaben gehört die Beratung und Förderung der in unserem Netzwerk zusammengeschlossenen Stiftungen durch gemeinsamen Austausch und Aktionen. Die Ziele würden umgesetzt durch gemeinsame landesweite und/oder regionale Projekte. Ein besonders wichtiges Ziel des Netzwerkes sei die Umweltbildungsarbeit. Ein weiteres wesentliches Ziel sei neben der Durchführung von Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt, die Durchführung von Maßnahmen, Projekten usw. zum Gewässerschutz. Am Beispiel der Grafschaft Bentheim ging er näher auf die 1999 gegründete Naturschutzstiftung gegründet mit dem Ziel, einen Biotopverbund in der Grafschaft Bentheim aufzubauen und über ein Ökokonto Kompensationsverpflichtungen von Eingriffsverursachern abzulösen, ein. Die Stiftung habe eine beachtliche Entwicklung genommen. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der hiesigen Landwirtschaft, aber auch mit vielen weiteren Akteuren wie der Jägerschaft, den Unterhaltungsverbänden, den Naturschutzverbänden, den kommunalen Gebietskörperschaften im Landkreis Grafschaft Bentheim. Ein landesweites Netzwerk aus Natur- und Umweltstiftungen gibt es bisher ausschließlich in Niedersachsen. Es habe auch Modellcharakter für andere Bundesländer. Die weitere Entwicklung hänge davon ab wie Akteure in Diskussions- und Entscheidungsprozesse eingebunden und diesbezügliche gemeinsame Lösungen gefunden werden.

Anschließend angeregte Diskussionen 2017 Jägerfr. Diskussion1.1

 
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